Historisches Rathaus - Köln

Über das Projekt
Historisches Rathaus - Köln


Kategorie
Naturstein

Auftraggeber
Gebäudewirtschaft der Stadt Köln

Zeitraum
2002-2016

Ort
Köln
Am historischen Rathaus in Köln sind über die vergangenen Jahre mehrere Gebäudeteile unterschiedlicher Materialität und Technologie vom LRP-Fachplanungsbüro bearbeitet worden. Zu nennen sind die Rathauslaube, der Rathausturm sowie die Figuren am Rathausturm. Es wurden jeweils im Vorfeld detaillierte Voruntersuchungen durchgeführt auf dessen Grundlage die entsprechenden Maßnahmenkonzepte formuliert wurden. Verbaute Materialien sind verschiedene Trachyte: Drachenfels Trachyt des originalen Altbestandes, Reimerath Trachyt und partiell Selters Trachyt, Tuffe, Sandsteine und Basalte.

Typische Schadensbilder des vorrangig verwendeten Trachyt sind:
  • Auswittern der charakteristischen Sanidineinschlüsse
  • Oberflächenparalleles Abschalen; bei entsprechender Lagerung des Gesteins im Mauerwerk parallel zu den eingelagerten Sanidinen oder im Umfeld der Sanidine, so dass diese zeitweise inselartig hervorstehen, sämtliches umgebendes Steingefüge ausgewittert ist und die Sanidine herausfallen
  • vereinzelt ist Bröckelzerfall zu beobachten
  • Bildung dickerer oberflächenparalleler ganzflächiger Schalen
Weitere nennenswerte Schäden:
  • In den zurückliegenden Sanierungsmaßnahmen wurden die geschädigten Oberflächen vielfach steinmetzmäßig zurückgearbeitet, so dass zumeist eine Abrundung der Gesteinskanten und zurückspringende Werkstein-Oberflächen vorliegen.
  • Auffällig viele Risse und Brüche, vorrangig an der Architekur der Rathauslaube waren hinsichtlich ihrer Ursachen unterschiedlich zu bewerten. Zurückzuführen auf konstruktiv bedingte Bauwerksbewegungen, auf starre Verklammerungen aus Eisen eingebettet in einen zu harten Zementmörtel sowie Bewegungen durch äußere Einflüsse (U-Bahn-Betrieb und/oder umfangreiche Baumaßnahmen der vergangenen Jahre im angrenzenden Bereich, Gürzenich, Neubau Wallraf-Richartz-Museum).
  • Brüche und Risse in den mit Acrylharz vollgetränkten Figuren des Rathausturmes. Aufgrund von sich herauslösenden Bruchstücken und Absturzgefährdung größerer Bruchteile war eine Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet.
Im weiteren Vorgehen wurden die 124 vollgetränkten Figuren bildhauerisch neu erstellt durch Punktierübertragung, da die Schadensmechanismen an den mit Acrylharz getränkten Tuff-Figuren als konservatorisch nicht behandelbar und nicht nachhaltig wirksam einzustufen waren. Begründet wurde diese Entscheidung in den Ergebnissen vielfältiger restaurierungstechnischer sowie naturwissenschaftlicher Untersuchungen. Die jeweiligen durchgeführten Maßnahmen der Restaurierung und Konservierung wurden vom LRP-Fachplanungsbüro geplant, fachtechnisch begleitet sowie der ständigen Qualitätskontrolle unterzogen. Die Restaurierung der Rathauslaube befindet sich derzeitig in der Planungsphase.

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